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Taschenbuch "Die Blumenhand" - 31 bunte und blumige Geschichten von Andy Hagel

In meinem neuen Taschenbuch "Die Blumenhand" finden sich weitere 31 Geschichten - diesmal bunte und blumige!

 

Ob von einer Tulpe, einem Frosch oder dem Aquarium des Kaisers - es findet sich eine Sammlung seltener Erlebnisse, viele mit einem manchmal kuriosem Bezug zur Natur.

 

Andy Hagel

 

Das Kleeblattfeld
 
Langsam stieg er die alten, rostigen Treppen herab in den großen Garten. Die Sonne im Juli schien warm zur Mittagszeit und kein Wölkchen trübte den Himmel.
Der geschotterte Weg durch den Garten war verziert von Unkraut und keiner der Bewohner machte Anstalten sich zur Gartenarbeit hinreißen zu lassen.
Gesenkten Hauptes schritt er über die grüne Wiese entlang des meterhohen Zaunes. Mit seinem Blick musterte er das Grün, ohne zu wissen, dass er wieder auf der Suche war.
Mit scharfen Blick nahm er die Konturen der kleinen Blätter wahr. Langsam, ganz langsam, setzte er einen Fuß vor den anderen. Plötzlich blieb er stehen und hielt inne.
Es schien, als hatte er gefunden, was er suchte. Noch während er sich zum Boden beugte, begann er zu lächeln. Vorsichtig nahm er das Kleeblatt zwischen Daumen und Zeigefinger und zupfte es von der Wiese.
Bewundernd betrachtete er das Kleeblatt und begann, die Blätter zu zählen. Eins, zwei, drei, vier. Heureka! Er erhob sich und begab sich in den Gemeinschaftsraum, um den anderen Bewohnern seinen Fund kundzutun.
Er brachte das Kleeblatt in sein Zimmer und legte es vorsichtig zwischen die Seiten eines dicken, Heiligen, Buches. Das war ihm noch nicht passiert, zwanzig Jahre hatte er immer wieder jede Wiese genauestens unter die Lupe genommen, doch gefunden hatte er bisher nur ein altes, in einem Buch getrocknetes, vierblättriges Kleeblatt.
Während er über seinen Fund sinnierte, beschloss er, auf die Wiese zurückzukehren. Seine Neugier war geweckt, waren da vielleicht noch weitere Glücksbringer zu finden?
Er suchte und lief langsam, den Blick auf den Boden gerichtet, zurück zur rostigen Treppe. Da sah es schon so aus, als hätte eines vier Blätter, da entpuppte sich so manches Blatt als Täuschung. Doch, hier war wieder eines. Vorsichtig betrachtete er seinen erneuten Fund. Gleich daneben schien sich ein weiteres vierblättriges Kleeblatt zu befinden.
Fasziniert blickte er sich um. Nun nahm er erst das eine, dann das andere Kleeblatt. In der nachfolgenden Zeit, den nachfolgenden Tagen, versuchte er es immer wieder aufs Neue und wurde tatsächlich auch immer wieder fündig.
So kam er nach ein paar Tagen auf die stolze Zahl von dreizehn vierblättrigen Kleeblättern. Dreizehn dieser ach so seltenen Glücksbringer.
Er dachte nach. Was würde der Mond dazu sagen? Sicher kannte er die Weisheiten um das Kleeblattfeld. Das Erste solle man pflücken. Das Zweite vielleicht verschenken. Das Dritte ließ man stehen, um es jemandem zu zeigen. Das Vierte solle der finden, der es suchte.
Nun, er hatte dreizehn Kleeblätter zwischen den Seiten seines Buches. Hatte er alles falsch gemacht, als er diese von der Wiese gepflückt hatte? Das hätten ihm Sonne und Mond ja auch mal vorher sagen können!
Trotzdem, zufrieden betrachtete er immer wieder seine Funde, er hatte schon als kleines Kind allen Glück gewünscht. Nun hatte er selbst welches gehabt. Ob die Menschen noch wussten, dass ein Kind drei Wünsche hatte, wenn es ein vierblättriges Kleeblatt fand? Den vierten Wunsch hoben die Alten, die Weisen, auf. Bis zur Hochzeit dann im Mannesalter.
 
 
 
 
Der rote Planet

Es war Winter geworden. Spät abends stand er, hoch oben auf dem kleinen Balkon, in der Kälte. Sein Atem wurde in der kalten Luft zu weißem Nebel und er fragte sich, wie es mit der Welt weitergehen würde.
Die alten Glühbirnen an der Decke des Wohnraumes hatten geheimnisvoll geflackert, doch er selbst zählte nicht zu den abergläubigen Leuten der Stadt.
Dass sich sein ganzes Leben im Kreis drehte, war ihm nicht bewusst und nun blickte er an den wolkenfreien Sternenhimmel. Das Licht des Mondes erhellte die umliegenden Häuser sanft und über seinem Kopf drehte sich der große Wagen am Himmel.
Wenn er über das Leben nachdachte, war ihm immer eines klar gewesen. Die Welt hatte sich verändert und doch war alles so wie immer.
Dass die Menschen schon immer neugierig in die Zukunft blickten, wusste er. Dass auch er irgendwann die Zukunft sehen könnte, daran dachte er nicht. Mit seinen Augen suchte er den Himmel ab. Während er sie zusammenkniff, war es ihm, als bewege sich der Himmel.
Im Großen Wagen erschien ein Bild. Dass es sich um eine Halluzination handeln musste, war ihm sofort klar. Dass das Bild eines großen, roten Planeten durch den Hall entstand, konnte er noch nicht erklären. Alles Hypnose!
Klar war ihm das, nur sagte er besser erst einmal nichts dazu! Welcher Planet ihm da erschienen war, wusste er erst, als er sich Jahre später erinnerte. Der Mars. War er nicht einst Kriegsgott gewesen?
Er genoss den Anblick. Selten und besonders. Nicht von dieser Welt, das war sicher. Hatten die Weisen vor Tausend Jahren vielleicht auch solche Zeichen?
Er, der in seiner Mitte war, er, der seit Kleinauf nicht belehrt worden war. Sicher in Zeiten der Aufklärung würde man keinen Krieg mehr Vorhersagen, höchstens einen Streit. Die Welt würde sich streiten. Gründe dafür waren immer zu finden.
Er dachte an den Weltenplan und die großen Friedensringe, welche irgendwann in der Zukunft gebaut werden würden ...
 
 
 
Das goldene Kreuz
 
 
Er war nicht nach Hause gegangen. Er hatte eine Straße vorher beschlossen noch ein wenig durch die Nacht zu wandern und frische Luft zu schnappen. Er war rechts abgebogen und hatte aus irgendeinem ihm unbekannten Grund den Weg auf den Berg gewählt.
Von weitem blitzte und blinkte es und nun steuerte er auf die Stelle zu, welche ihn magisch anzog. Er blickte auf den Boden. Nun war ihm klar, warum er noch nicht nach Hause gegangen war. Er bückte sich und hob das zierliche Kreuz auf. Zwischen seinen Fingern funkelte es golden und er fing an zu tanzen, während er seinen neuen Schatz gen Himmel hob.
Als er klein gewesen, hatte seine Oma ihm eine Maria geschenkt. Die Kette mit dem silbernen Anhänger war verschwunden, als er zum Mann geworden war. Nun hielt er Gottes Segen in der Hand. So musste sich Andreas gefühlt haben. Die Mönche in den Wirtshäusern hatten ihm im ganzen Land Kreuze ausgelegt.
Zu jeder Kirche gehörte ein Täufer, ein paar Mönche, und eben das Wirtshaus. So manches wurde früher direkt von einem Mönch bewirtet. Früher zumindest. Manchmal verstand das Dorf aber auch nicht mehr, was es dort tat.
Eines ergab Sinn. Wenn der erstgeborene Enkel Amtsschüler des Täufers wurde, mussten die Mönche bei der Weihe helfen. In der Kirche war es zu kalt, da war es im Wirtshaus schon wärmer. Er musste lachen. Bald sollte er das Amtshaus des Täufers verstehen, nur wusste er noch nichts davon.
Im Laufe seiner Amtszeit bekam der Täufer mehrere Amtsschüler auf die Hand. Beim ersten war der Täufer meist noch Jung und unerfahren, dann war er schon ein wenig weiser und später doch zu Alt seinem letzten Amtsschüler alles zu erklären. Dies mussten dann die Mönche übernehmen, einer von ihnen hatte die Weihe zu vertreten.
Aus jedem Dorf war ein Andreas losgezogen. Losgezogen in die Welt und manchmal auch neun Dörfer weiter. Wenn dort drei Mönche im Gewerk arbeiteten, stellten sie ihn ins Wirtshaus, ließen ihn die Bibel lesen, machten ihn betrunken und gaben ihm ein Kreuz. Meist waren alle Arm und das Kreuz war aus Holz geschnitzt, dann dachte so mancher, Andreas sei auf dem Holzweg.
Manchmal, aber nur manchmal, konnten sie ihn auch lehren Kreuze zu verteilen. In großen Dörfern oder Gewerken konnte er Abt werden, wenn es schlecht lief, gab es Streit darum, wer Bischof werden sollte, Andreas oder Thomas. Oft hatte Thomas die Rolle des Weihbischofs übernommen und ihm den Lichtgarten der Kirche gezeigt.
Es war schon eigenartig, dass im ganzen Land die Tafelrunden zusammenkamen. Jesus und seine Apostel oder König Arthur und Kamelott. Heute schien alles fern zu sein, in keinem Wirtshaus traf man noch auf eine Tafelrunde.
Nun hielt er sein Kreuz in die Luft.
 
 
 
 
 
 
 
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Freitag der 13.

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