7 Gute Nacht Geschichten - ein eBook von Andy Hagel - zum lesen und Vorlesen für Kinder bis 10 Jahre

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Die Traumtänzerin

"Gute Nacht, mein Schatz, und träum was Schönes!", sprach die Mama, löschte das Licht und schloss die Tür. "Gute Nacht, Mama!", flüsterte Anna. Allerdings war sie viel zu aufgeregt, um zu schlafen. Morgen hatte sie ihren großen Auftritt in der Ballettschule. Nervös drehte sie sich von einer Seite auf die andere, bis ihr schließlich doch die Äuglein zufielen.

 

Anna fand sich mitten auf einer Theaterbühnee wieder, gekleidet wie eine kleine Ballerina und umgeben von vielen winzigen Lichtern und leiser Musik. Langsam fing sie an, sich zu drehen. Sie hüpfte von einer Fußspitze auf die andere und ihr Ballerinakleid wirbelte über die Bühne.

 

Auf einmal spürte Anna einen sanften Windhauch, der sie umschlang und Anna anhob, um sie davonzutragen. Der Boden unter ihren Ballettschuhen entfernte sich immer weiter und der Mond kam immer näher.

 

Vorsichtig trug der Wind Anna von der Bühne bis hin zu einer schneebedeckten Wiese. Dort setzte er Anna ab. Mitten im Schnee begann sie zu springen und sich mit den Sternen zu drehen. Immer höher und schneller, bis Anna unsanft auf die Knie fiel. Sie blickte auf und sah mitten in ein Gesicht. Dunkle Augen, eine Mohrrübe als Nase und Kohlestücke als Mund. Auf dem Kopf ein großer, schwarzer Zylinder. "Ich bin der Schneemann!" Anna wunderte sich. "Sollen wir tanzen?", fragte der Schneemann und reichte Anna seine Hand. Sie griff zu und der Schneemann zog Anna zu sich. Sie merkte nicht, wie kalt der Winter war. Gemeinsam drehten sie sich zu den leisen Tönen, die vom Himmel kamen. Mit der Musik kam auch der Wind, um Anna erneut davonzutragen.

 

Sanft trug er Anna über Wiesen und Felder, Bäume und Bäche. Er setzte sie inmitten vieler Eisfiguren ab, die sich um sich selbst drehten. "Wo bin ich?" Verunsichert blickte Anna zu Boden. Nun wusste sie, wo sie war. Durch das Eis unter ihren Ballettschuhen blickte Anna bis auf den Grund des Sees, an dem die Fische schliefen. Die Eisfiguren verbeugten sich vor ihr. Vorsichtig drehte sich Anna, um dann freudig von einer Fußspitze auf die andere zu hüpfen. Als die Eisfiguren dies sahen, begannen sie, im Kreis um Anna zu tanzen und zu applaudieren. Anna strahlte über das ganze Gesicht!

 

Wieder ergriff sie der Wind. Von oben sah alles so klein aus! Die Dächer der Häuser, die Straße und die Autos sowie die kleinen Ponys, die aus ihrem Stall schauten. Es war, als tanzte Anna mit dem Wind. Wohin würde er sie tragen? Noch während Anna sich das fragte, setzte er sie wieder sanft zurrück in den Schnee. Sie stand mitten auf der Spitze eines großen Berges. Anna sah die Bühne. Die weiße, schneebedeckte Wiese mit dem Schneemann und den gefrorenen See, auf dem die Eisfiguren tanzten.

 

Auch hier oben war die Musik noch zu hören. Plötzlich spürte Anna eine Schneeflocke auf ihrer Nase, doch ohne dass ihr kalt wurde, begann Anna sich auf der Bergkuppe zu drehen! Auf einer Fußspitze drehte Anna sich immer schneller, bis sie abhob. Wie von allein stieg Anna auf in den Himmel. Bis zum Mond wollte sie fliegen. Mitten zwischen den Sternen, die ihr zublinzelten, drehte Anna ihre pirouetten.

 

Der Mond blickte sie freundlich an und fragte: "Bist du nicht müde, kleine Anna?" Anna sank auf die Knie und langsam schwebte sie, noch während sie einschlief, zurück zur Erde und zurrück in ihr Bett. "Gute Nacht, mein Schatz!", sprach der Mond und schloss ebenfalls die Augen.

 

 

aus dem eBook 7 Gute Nacht Geschichten von Andy Hagel

 

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Die Mondstaubschnecke

 
Immer dann, wenn der Mond sich auf den Weg an den Himmel machte, erwachte ganz weit oben im Weltenall mitten zwischen den Sternen Ramona Lilly die Mondstaubschnecke.
 
“Uaaah!” Mit einem Gähnen schlug die Mondstaubschnecke ihre Augen auf. Langsam, ganz langsam versank am anderen Ende des Horizonts die liebe Sonne. Ramona Lilly war noch mit Katzenwäsche beschäftigt. Praktischerweise trug sie ihr Badezimmer in ihrem Häuschen immer mit sich herum.
 
Wie bei gewöhnlichen Mondstaubschnecken üblich, hatte das Häuschen eine Tür und ein kleines Fenster. Zur Zierde schmückte ein großer, silberner Stern das rote, runde Schneckenhäuschen.
 
Mit ihren müden, mit Mondstaub bedeckten Äuglein blickte Ramona Lilly sich um. Ihre langen Wimpern schienen die Sterne zu berühren und ihr dicker Schmollmund und ihre winzige Nase sowie zwei kleine, spitze Öhrchen sahen aus, als würden sie genau dahin gehören, wo sie zu finden waren.
 
Langsam wurde es Zeit für ihre Runde. Was?! Du weißt nicht, für welche Runde? Dann will ich es dir gleich einmal verraten!
 
Immer wenn es auf der Erde Zeit zum Schlafengehen ist, dreht Ramona Lilly, die Mondstaubschnecke, weit oben im Himmel ihre Runde und verstreut Mondstaub, welcher gleich zur Erde fällt. Mit einem Lied auf den Lippen bringt sie den Erdenkindern einen Traum.
 
Träume, Träume
bring ich dir.
Träume, Träume
sing ich hier.
Schlaf jetzt ein,
mein kleiner Freund,
dass du gleich
was Schönes träumst…
 
Während Ramona Lilly, die Mondstaubschnecke, langsam ihre Runde in Richtung Horizont drehte, fielen unten auf der Erde den kleinen Kindern die Äuglein zu. Nur ein Kind konnte nicht einschlafen. Uli war damit beschäftigt, seinem Teddy vom vergangenen Tag zu berichten. In der Zimmerecke fuhr die Spielzeugeisenbahn im Kreis und im Haus erklang leise Musik. Papa spielte im Wohnzimmer Klavier.
 
Hoch oben auf dem Mond bemerkte Ramona Lilly, dass etwas nicht stimmte. Sie drehte sich um, blickte zur Erde und holte ein Fernrohr aus ihrem Schneckenhäuschen.
 
Der silberne Stern strahlte in der Dunkelheit. Ramona Lilly musste nicht lange suchen. Durch das Dachfenster konnte Sie Uli sehen. Noch immer besprach er den Tag mit seinem Teddy.
 
Die Mondstaubschnecke Ramona Lilly musste das tun, was eine Mondstaubschnecke in so einem Fall tun musste. Sie kroch zurück, auch wenn das bedeutete, dass sie sich danach etwas verspätete, und pustete eine Handvoll Mondstaub in Richtung Dachfenster.
 
Nun lag das Haus von Uli unter einer dicken Schicht Mondstaub.
Uli war immer noch nicht müde. Er hatte beschlossen, seinem Teddy von all den Dingen zu erzählen, die er am Tag erlebt hatte. Nur Papa unten im Wohnzimmer und der Spielzeugeisenbahn fielen gleich die Äuglein zu. Nun war Ramona Lilly ratlos. So etwas war einer Mondstaubschnecke noch nicht passiert.
 
Ramona Lilly kratzte sich am Kopf. Hatte sie etwas übersehen? Unten in Ulis Haus waren nach und nach allen die Äuglein zugefallen. Dem Papa, der Mama, der Spielzeugeisenbahn und zuletzt, in Ulis Arm, dem Teddy. Nur Uli war noch wach. Teddy brummte vor sich hin. Uli hatte noch nicht bemerkt, dass er eingeschlafen war. In seinem Traum sah Teddy einen Fluss voll Honig. Teddy naschte vom Honig und brummte zufrieden.
 
Die Mondstaubschnecke dachte nach. Vielleicht sollte sie Uli noch etwas vorsingen. Mit ruhiger Stimme sang sie noch einmal ihr Schlaflied.
 
Träume, Träume
bring ich dir.
Träume, Träume
sing ich hier.
Schlaf jetzt ein,
mein kleiner Freund,
dass du gleich
was Schönes träumst.
Bis morgen früh,
mein kleiner Schatz,
wenn die Sonne
wieder lacht!
 
Träume, Träume
bring ich dir.
Träume, Träume
sing ich hier.
Schlaf jetzt ein,
mein kleiner Schatz,
dann wartet schon
der neue Tag!
 
Träume, Träume
bring ich dir.
Träume, Träume
sing ich hier.
Schlaf jetzt ein,
mein kleiner Freund,
dass du gleich
was Schönes träumst.
Bis morgen früh,
mein kleiner Schatz,
wenn die Welt
dich wieder hat.
 
“Oh, Gott sei Dank! Das muss es gewesen sein”, flüsterte Ramona Lilly leise. Uli war mit seinem Teddy im Arm eingeschlafen. Vor lauter Erzählen hatte Uli nicht gehört, wie Ramona Lilly die Mondstaubschnecke ihr Schlaflied gesungen hatte. Nun allerdings war auch er im Reich der Träume angekommen.
 
Mit müden Augen zog Ramona Lilly, so wie es eine Mondstaubschnecke tun muss, ihre Bahn, um den Kindern einen Traum zu schenken.
 
Gute Nacht!
Texthagel
Kleiner Torfbruch 2
40627 Düsseldorf
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